Schwiizertüütsch

© Chalet Suisse // 瑞士人家

© Chalet Suisse // 瑞士人家

Wo gehen eine Schweizerin und zwei Deutsche hin, wenn diese sich in der angesagtesten Metropole der Welt zum Abendessen treffen? Ganz klar: Natürlich ins Chalet Suisse, zum Fondue essen! Zugegeben: Wir waren uns anfänglich auch nicht ganz sicher, ob das nun wahnsinnig lässig ist, oder eher absolut daneben.

Das Ganze fand im Rahmen der Shanghai Restaurant Week statt. Sieben Tage lang bieten die besten Restaurants der Stadt ein spezielles 3-Gänge-Menü zu einem vergleichsweise günstigen Preis an. Die trendy In-Locations waren natürlich binnen Minuten ausgebucht – aber wer will denn schon im Mainstream mitschwimmen? Dieses Erlebnis hatten wir ohnehin bereits Anfang der Woche, bei unserem Besuch im Kathleen’s 5, einem highly recommended top end first class Restaurant. Wo wir auf der Dachterrasse saßen, und ein nahezu atemberaubender Blick über die Dächer der Stadt und deren Skyline vor uns lag. Ich war allerdings mehr damit beschäftigt mir nicht anmerken zu lassen, dass ich solch ein Ambiente normalerweise nicht unbedingt gewohnt bin.

Fondue zu essen, trotz Außentemperaturen von um die 30°, hat hier einen ganz besonderen Reiz: Käse ist in China kein gängiges Grundnahrungsmittel. Heißt, die nachgemachten Sorten haben außer dem aufgedruckten Namen nichts, also überhaupt gar nichts, sozusagen null mit dem zu tun, was wir von Zuhause her kennen. Und die importierte Ware ist erschreckend teuer. Ein einfacher Camembert kostet um die 7 Euro, und dass der nicht im Einkaufswagen landet ist somit kein Anflug von Geiz, sondern mehr eine Frage des Prinzips.

Alles Käse // 事酪

Alles Käse // 事酪

Mit Iris hatten wir nun auch eine Kapazität am Tisch, die die Gerichte mit einem Blick auf ihre Authentizität hin prüfen konnte. Und wenn ich ihren Gesichtsausdruck richtig gedeutet habe, dann war alles zumindest sehr nah dran am Original.

Die geschickte Hand, die da so kunstvoll die Gabel samt Brot aus der cremigen und schaumigen und schmelzigen Masse löst, ist übrigens meine.
Urteil Iris: 100% wie daheim.
Fazit: Könnte vielleicht doch die Schweiz zu unserem nächsten Zuhause werden?

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