Steve Jobs

1955 - 2011

1955 - 2011

Remembering that you are going to die is the best way I know to avoid the trap of thinking you have something to lose. You are already naked. There is no reason not to follow your heart.

Als Mr. Jobs vor ein paar Wochen seinen CEO abgegeben hat waren die Medien ja bereits angefüllt mit Berichten, die allesamt schon wie ein endgültiger Nachruf geklungen haben. Ich konnte mir damals nicht vorstellen, was dann im schlimmsten Fall noch folgen soll. Die Antwort bekam ich heute, und sie zeigt ganz deutlich, dass ich keine Zukunft als Trendforscherin haben werde.

Im Netz fand ich einen Bericht, in dem ein Mann von seiner kleinen Tochter gefragt wird, warum er so erschrocken und auch traurig auf den Tod von jemandem reagiert, den er gar nicht gekannt hat, und der irgendwelche Produkte erfunden hat. Bei dem Versuch, ihr dies zu erklären ist dem Mann aufgefallen, wie sehr sein persönlicher Alltag von den Ideen und Entwicklungen Steve Jobs‘ geprägt ist. Morgens weckt ihn der Alarm seines iPhones, bis zum Verlassen seiner Wohnung hört er Musik von seinem iPod auf der Docking-Station, auf dem Weg zur Arbeit schaut er auf seinem iPad nach den aktuellen Nachrichten, im Büro sitzt er den ganzen Tag vor seinem MacBook, beim After-Work-Jogging kommt wieder der iPod zum Einsatz, und vor dem Schafen gehen liest er im Bett ein Buch, natürlich auf seinem iPad.

Soeben ging hier die Nachricht herum, dass die drei großen Stores in Shanghai die Beleuchtung des Logos über dem Eingang abgeschaltet haben – sozusagen Fahnen auf Halbmast, Apple-style. Und es gab wohl auch dieses Niederlegen von Blumen und Kerzen und letzten Grüßen. Ich persönlich kann die innige Verehrung, mit der global um die Person Steve Jobs getrauert wird, nicht nachvollziehen. Auch die Bezeichnung ‚Weltverbesserer‘ möchte ich in diesem Zusammenhang nicht unterschreiben. Aber es steht wohl außer Frage, dass er mit seiner Arbeit in unserem Alltag, so wie wir ihn kennen, eine ungeheure Präsenz erreicht hat. Wir könnten sicher auch ohne diese ganzen Dinge sehr gut leben – aber sie bereiten schon verdammt viel Spaß. Und wenn man sich anschaut, unter welchen Startbedingungen, und in welch relativ kurzem Zeitraum er dies geschafft hat – also, das ist schon besonders.

Und was er da über das Leben und den Mut gesagt hat werde ich mir auf jeden Fall merken. Denn das gefällt mir sehr, sehr gut.

NACHTRAG:
Unter all den in den letzten Stunden veröffentlichten Reaktionen dürfte dies hier mit Abstand die allerallerallerdümmste Stellungnahme sein, die weltweit zitiert wurde:

Yi Ran, 64, a female artist who labeled herself an ‚iPhone freak‘, said that she burst into tears while hearing the news of Jobs‘ death.
„It happened so suddenly, without a hint. I don’t know what to do now.“

East Nanjing Road // 南京东路

East Nanjing Road // 南京东路

Und so sah es heute früh ‚am Tag danach‘ vor dem erst kürzlich eröffneten 3. Apple Store in Shanghai aus. Jetzt ist es also offiziell – die Welt ist verrückt geworden.

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