Hong Kong

Hong Kong // 香港 // 'Duftender Hafen'

Hong Kong // 香港 // 'Duftender Hafen'

If you stop loving Hong Kong – you stop loving life.

So, oder ähnlich, hat mal jemand Bekanntes über Hong Kong geschrieben.
Vielleicht lag es am grauen Dauerregen.
Oder an der Gewissheit, dass der Urlaub langsam zu Ende geht.
Ich jedenfalls möchte dieser Aussage nicht zustimmen.
Die Stadt bekommt aber noch mal eine zweite Chance. Irgendwann. Vielleicht.

Unter dem Motto: ‚Ein Land – zwei Systeme‘ existiert Hong Kong als ‚Sonderverwaltungszone der Volksrepublik China‘. Eigene Währung, eigene Gesetze, kurz gesagt: alles irgendwie eigen. Und in Hong Kong ist auch tatsächlich vieles anders als in den China-Städten, die ich bisher kennengelernt habe. Im Restaurant die ausgelegte Tageszeitung unsortiert auf dem Tisch liegen lassen, in öffentlichen Verkehrsmitteln Snacks bzw. Getränke zu sich nehmen, auf der Straße rauchen, vom Rumspucken mal gar nicht zu sprechen – das alles gibt es hier nicht. Aus einem einfachen Grund: Weil es hochoffiziell verboten ist. Und wie erfährt der unbedarfte Besucher von diesen Regeln? Durch mahnende Schilder. Überall. Überüberall. Und was passiert, wenn man keinen Sinn darin sieht, seinen Kaugummi zuerst in ein Papierchen einzuwickeln, bevor man ihn in die Mülltonne wirft? Dann darf man gegebenenfalls sehr viel Geld zahlen.

HKD 1.500 = € 150

HKD 1.500 = € 150

Widerum sehr gut gefallen hat mir die Tatsache, dass viele Leute Englisch verstehen und auch ein bisschen sprechen können. Das hat den (Urlaubs-)Alltag stark vereinfacht. Also die Taxifahrten, die Einkäufe, die Restaurantbesuche – oder wenn man einfach auf der Straße mal jemanden nach dem Weg fragen wollte. Ach ich glaube, ich möchte doch noch ein zweites Mal hinfahren. Irgendwann. Vielleicht.

Zurück in Shanghai musste ich nach 3 Wochen Abwesenheit gleich am ersten Tag naturgemäß zum Einkaufen gehen. Da stand dann einer im Carrefour mit Kippchen vor den Grußkarten zum Chinese New Year, sehr lässig, und hat das Angebot begutachtet. An der Kasse hat die nette Frau vor mir ein 18-minütiges Nichts-geht-mehr-weiter verursacht, weil ihr Gutschein im Gegenwert von etwa 2 Euro nicht eingescannt werden konnte. Und während der Wartezeit hat sie den Beutel noch nicht gezahlte Mandarinen aufgegessen. Und auf dem Heimweg, da wurde auf der Straße vor und hinter und neben mir wieder gespuckt, was das Zeug hielt.

Damit war klar: Ich war wieder in meiner Lieblingsstadt. Die an diesem Tag übrigens auch ziemlich regengrau war. Aber sogar das hat mir in dem Moment gut gefallen.

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