Fast wie im Paradies

Ha Long Bay // Vịnh Hạ Long

Ha Long Bay // Vịnh Hạ Long

Die Ha Long Bay ist eins der 7 neuen Weltwunder, und somit ein must-have-seen-in-a-lifetime-spot. Mit den sogenannten Traumzielen ist das ja so eine Sache. Ich reise dann oft mit riesengroßen Erwartungen an, und stehe ich endlich davor, denke ich: Aha. Naja, gut… Aber als Vietnams Touristenattraktion No. 1 stand die Bucht natürlich auch bei uns auf der Liste.
Ha Long liegt 4 Busstunden von Ha Noi entfernt, und ursprünglich wollte ich gar nicht über Nacht bleiben. Lohnt sich ohnehin nicht, so lautete meine Befürchtung. Einfach schnell hinfahren, schnell anschauen, abhaken, und schnell wieder zurückfahren.

Überglücklicherweise haben wir es SO NICHT gemacht.

Unser Boot // Bài Thơ Junk 57

Unser Boot // Bài Thơ Junk 57

Der Stadtteil um den Hafen herum, von dem aus die Touren starten, hat zunächst den erwarteten ersten Eindruck geliefert: Regenwolken am Himmel, Nebensaison, leere Straßen, verlassene kleine Vergnügungsparks. Naja, hab‘ ich ja gleich gesagt. Im Hotel trafen wir an der Rezeption zufällig ein Paar aus Australien, das sich für den nächsten Tag ein Ausflugsboot mieten wollte. Da haben wir uns spontan angeschlossen. Wer jetzt an ein kleines Bötchen mit im besten Fall spartanischer Überdachung aus Stoff denkt, der irrt. Wir hatten ein richtig großes Schiff, ganz für uns. Auf den ersten Blick total absurd, aber im Laufe der Fahrt recht großartig. Ich saß eine Zeit lang alleine an Deck, im Liegestuhl, in eine Decke gewickelt – und um mich herum die herrliche, weltbekannte, Worlds Heritage besiegelte Ha Long Bay. Nur das leise Tuckern vom Schiff war zu hören, wir glitten durch das Wasser, vorbei an den Felsen, von denen es hier Tausende gibt, und die am Horizont in verschiedenen Grautönen hintereinender liegen. Unglaublich. Nahezu unbeschreiblich. Also das mit dem WeltWUNDER, das stimmt in diesem Fall irgendwie.

Ein Zwischenstopp führte zu den schwimmenden Märkten. Da leben die Leute auf Booten, ihre Straßen sind das Wasser, und sie versorgen sich gegenseitig mit allem Notwendigen, wie zum Beispiel Essen. Unsere zwei Australier haben sogleich einen bunten Fisch erworben, der umgehend in der Schiffsküche zubereitet wurde. Nach einhelliger Aussage aller Beteiligten hat er fabelhaft gut geschmeckt. Klingt trotzdem ein wenig nach Tourinepp? War es wahrscheinlich auch. Es gibt in Asien in der Tat Gegenden, in denen die Menschen traditionell auf dem Wasser wohnen. Die befinden sich aber nicht im Radius von weltweit bekannten Touristenattraktionen. Dazu passt auch, dass besagter Fisch 1.000.000 Dong (35 Euro) gekostet hat. Für unsere Verhältnisse immer noch eine Art Schnäppchen, vor Ort entspricht diese Summe aber wahrscheinlich eher einem Fischer-Monatseinkommen.

Fischmarkt // 鱼市场

Fischmarkt // 鱼市场

Fährt man an Land über eine große Brücke, befindet man sich im anderen Stadtteil von Ha Long. Da findet dann das ‚echte‘ Leben statt. In Riesenhallen sind hier vornehmlich Fischmärkte untergebracht. Und dort herrscht dann ein einziges Geklopfe, und Gezappel, und Gerufe, und Geschlachte, und Gehupe, und Gedrängel, und Geplätscher. Ich muss sagen, wie es war: Es war grandios, Punkt. Aller paar Meter fand sich ein neues Motiv, das ich so gerne festhalten wollte. Aus diesem Grund gibt es von jenem Nachmittag zahlreiche Impressionen, so viele schöne Bilder, von denen ich eine kleine Auswahl zeigen möchte. Sie sind in der Fotogalerie rechts unter der Rubrik Vietnam zu finden.

Oh captain, my captain!

Oh captain, my captain!

Eins davon hat seinen Platz aber gleich hier: mein neues Lieblingsfoto vom Jürgen.
Wie er vorne auf unserem Schiff steht. An die Gallionsfigur gelehnt.
Vom Motiv her wahrscheinlich einmalig. Vom Typ her sowieso.

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