Freunde von Freunden

Schönes Beispiel // 榜样

Schönes Beispiel // 榜样

Wir haben uns ja seinerzeit bewusst dafür entschieden, die meisten persönlichen Sachen in Deutschland zu lassen, und keinen Übersee-Container mit unserem gesamten Hab & Gut zu füllen. Mit dem was hier vorhanden war haben wir uns ein Zuhause gebaut. Und nur ab und an kommt mal eine neue Kleinigkeit hinzu. Diese Vorgehensweise habe ich bisher keinen Moment lang bereut, es ist einfach Teil unseres temporären In-einem-anderen-Land-Lebens. Ich gebe allerdings gerne zu, dass ich mich auch schon darauf freue, irgendwann meine Kisten daheim wieder auszupacken. Dann werde ich sicherlich das eine oder andere wiederentdecken. Und das wird schön werden.

Aus dieser theoretischen Sentimentalität heraus kommt wahrscheinlich meine Begeisterung für das Projekt Freunde von Freunden. Denn es gibt mir die Möglichkeit, in Wohnungen zu schauen deren Atmosphäre hauptsächlich von ganz persönlichen Dingen geprägt ist. Sehr viele sehr schöne Impressionen sind dort zu finden, begleitet von kurzen Interviews mit den jeweiligen Besitzern.

Freunde von Freunden wurde 2009 von einer Gruppe Fotografen, Redakteuren und Gestaltern ins Leben gerufen. Es versteht sich als ‚Interview-Magazin im Netz‘ und stellt Menschen in ihrem Zuhause und ihrem damit verbundenen Arbeitsumfeld vor. Authentisch, ohne eine Form der Inszenierung. Portraitiert werden Leute, die aus den unterschiedlichsten kreativen Bereichen kommen, die allesamt keinen berühmten Namen tragen, aber mit ihren Arbeiten die jeweilige ‚Szene‘ prägen. Und deren eigenwillige Handschrift auch in ihrem Daheim erkennbar ist.

Wie die Idee enstanden ist, welches Ziel das Projekt verfolgt, und warum es jetzt ein dazugehöriges Buch gibt – das alles liest man am besten im Interview mit den Jungs, die sich diese Sache ausgedacht haben.

Wenn ich also von Zeit zu Zeit durch diese zudem noch sehr anschaulich aufgemachte Seite blättere, dann flammt meine oben beschriebene Vorfreude auf meine eigenen, daheim gebliebenen Sachen augenblicklich wieder auf. Das gefällt mir gut.

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