Austern zum Frühstück

Oyster Street // 蚵路

Oyster Street // 蚵路

In einem der wenigen noch erhaltenen, ursprünglichen Stadtteile Shanghais gibt es eine Straße, in der ausschließlich Meerestiere verkauft werden, vornehmlich Austern. Da ich ja (in diesem Fall fast leider) nichts esse, was Eltern hatte (obwohl ich glaube, dies trifft in dieser Formulierung auf die Auster an sich nicht unbedingt zu) kann ich von diesem Ausflug nur unter visuellen Aspekten berichten.

Austern waschen // 洗牡蛎

Austern waschen // 洗牡蛎

Austern, da roh gegessen, erfordern grundsätzlich sowohl bei der Lagerung als auch bei der Zubereitung hohe hygienische Standards. Dies stellt bei knapp 40 Grad Außentemperatur eine komplexe logistische Herausforderung dar. Weil aber nirgends etwas über grundsätzliche Vergiftungserscheinungen bzw. Hepatitis-Fälle als Folge eines Besuchs dieser Essensstände bekannt ist gehe ich mal davon aus, dass wir es in Deutschland mit den Vorschriften ein wenig übertreiben. Oder aber alle Gäste essen nix und gucken nur. So wie ich.

Kleine Flusskrebse // 小龙虾

Kleine Flusskrebse // 小龙虾

Auch im Angebot sind die kleinen Flusskrebse, nur gekocht oder danach auch noch gebraten, die sich hier in so ziemlich in jedem größeren Teich tummeln. Daher kann man des Öfteren beobachten, wie sich preisbewusste Chinesen in Parks oder an anderen öffentlichen Plätzen als Jäger und Sammler betätigen. Einigen Verkäufern gelingt zugegeben eine unter Design-Aspekten sehr ästhetische Anpreisung ihres Angebots. Und wie man an dem oben gezeigten jungen Mann sehen kann herrscht hier eine sehr angenehme, wenig progressive (und daher für China recht untypische) Weise des Verkaufsverhaltens.

Haare waschen // 洗头发

Haare waschen // 洗头发

Austern, Flusskrebse, die eigenen Haare ….
Waschen ist an diesem Ort generell ein großes Thema.

Skyline // 天际线

Skyline // 天际线

Ganz egal, wo in Shanghai man steht oder sitzt. Pausenlos wird man daran erinnert, dass man sich irgendwie auch in einer modernen Weltmetropole befindet. Sehr schön war es zu beobachten, wie sich in der einsetzenden Abendstimmung das Licht änderte, die Beleuchtung der Schilder anging, die Gäste zusehends mehr wurden – und sich am Horizont die untergehende Sonne im höchsten Gebäude der Stadt spiegelte. Auch wenn man hier nichts essen kann oder will – die Mischung aus dem was man sieht und riecht und hört ist toll. Einfach toll.

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