Restrisiko

Gute Besserung // 早日康复

Gute Besserung // 早日康复

Arztbesuche und die anschließende Therapie sind hier generell ein besonders exquisites Thema. Weil wir ja alles so authentisch wie nur irgend möglich gestalten möchten, konsultieren wir selbstredend nicht einen international publizierenden Experten seines Fachgebietes in einer Expat-Klinik, sondern suchen eine lokale Institution auf. Der kleine Mann auf der Straße kann schließlich auch nicht ins teure Ausländer-Klinikum gehen. Gut, würde er aber, wenn er könnte. Und er hätte im Gegensatz zu uns auch keine Verständigungsprobleme während der Untersuchung.

Wir haben ein bis zwei Dolmetscher zwischen geschaltet. Der Erste, gut Englisch und wenig Chinesisch, gibt die Information an den Zweiten, wenig Englisch aber gut Chinesisch, weiter, und der spricht dann mit dem Arzt. Den umgekehrten Weg gehen eventuelle Rückfragen bzw. die abschließende Diagnose. Da kann aus einem Kopfschütteln zwischendurch schon mal ein Nicken werden. Und eine minutenlange Diskussion unter den drei erwähnten Personen wird nicht selten zusammen gefasst mit den Worten: ‚No problem‘. Ist der Grund des Übels schließlich erkannt, bekommt man die Medikamente gleich mit. Entweder lose in einem Tütchen, oder in einer Schachtel mit ganz vielen Schriftzeichen drauf. Wieviel Lebenszeit ich bisher verschwendet habe, ellenlange Beipackzettel zu studieren, um eventuelle Risiken abzuwägen. Geht hier viel einfacher: Einfach nehmen – und fertig. Egal ob Hustensaft, Mückensalbe oder Schlaftablette. Besonders bei Letzteren muss ich allerdings eine gewisse Erleichterung zugeben, wenn man sich dann ein paar Stunden später wieder einen ‚Guten Morgen‘ wünschen kann. Blöd ist nur, wenn man die Sachen nicht sofort beschriftet, denn im Nachhinein ist es recht schwierig heraus zu finden, was denn jetzt gegen was war.

Aber eine Erkenntnis ergab bisher jeder Arztbesuch. Denn ganz egal, um was für eine Problematik es sich gehandelt hat, der abschließende Rat zur Verbesserung des eigenen Zustandes lautete grundsätzlich: ‚Don’t think too much. Relax!‘ Und das, das hilft tatsächlich immer.

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